Windchen
von Sibylle v. Olfers
[Illustration]
Verlag von J. F. Schreiber, Eßlingen und München.
[Illustration: Rahmen]
Das Windchen sitzt vergnügt im Baum,
Sieht auf Hans Jörg hernieder,
Der spielet an des Sees Saum
Mit seinen Schiffchen wieder.
[Illustration]
[Illustration: Rahmen]
Das Windchen sich nicht lang besinnt,
Springt flugs zum Jörg hinunter;
Die Schiffchen schwimmen nun geschwind,
Hans Jörg, der wird ganz munter.
[Illustration]
[Illustration: Rahmen]
Das Windchen faßt Hans Jörgens Hand,
Und hei! Nun geht's hinaus, hinaus,
Bergauf, bergab, durch's weite Land,
Hans Jörg geht fast der Atem aus!
[Illustration]
[Illustration: Rahmen]
Und auf den schönsten Apfelbaum,
Springt Windchen dann gewandt;
Und Äpfel, golden, wie im Traum,
Die schüttelt's in den Sand!
[Illustration]
[Illustration: Rahmen]
Und Hagebüttchen klein und rund,
Die Kiepchen eilig füllen --
Allein für Jörgens Leckermund,
Der freut sich drob im stillen!
[Illustration]
[Illustration: Rahmen]
Doch Windchen kann nicht lange stehn,
Und treibt zu frohem Spiel,
Die bunten Blättchen zu verwehn,
Hans Jörg wird's nie zu viel!
[Illustration]
[Illustration: Rahmen]
Und nun, hopp, hopp aufs Wolkenpferd!
Wie fliegt es schnell davon!
Das Windchen jauchzt zur fernen Erd',
Und lockt hervor die Sonn'!
[Illustration]
[Illustration: Rahmen]
Dann halten sie vor Jörgens Tür,
Das Windchen muß nun gehn.
»Doch morgen spielen wieder wir!«,
»Ja,« sagt Hans Jörg, »auf Wiedersehn!«
[Illustration]
Notizen des Bearbeiters:
Original-Text ist in Fraktur.